Liebe Mitglieder,
wir freuen uns über den ergiebigen Regen, welcher uns bei der allnächtlichen Bewässerungsarbeit entlastet. Allerdings ist die Freude der Einen oft das Leid der Anderen. Bei so lange anhaltender Feuchtigkeit ist es schwierig, die Fruchtgemüse wie Gurken, Zucchini und Kürbis auf Dauer gesund zu halten. Der falsche und echte Mehltau liegen da auf der Lauer und nutzen jede Gelegenheit, um zu keimen, in die Pflanzenoberflächen einzudringen und das Gewebe zu schädigen. Grundsätzlich darf die Pflanze nicht feucht in die Nacht gehen.
Im Freiland sind wir ganz den Elementen ausgeliefert. Bei den Gurken im geschützten Anbau achten wir immer mit Blick auf die Wettervorhersage peinlich genau auf Belüftung, Temperatur und Bewässerungsmenge. Die Gesunderhaltung der Pflanzen steht an erster Stelle, denn die Möglichkeiten einer Infektion entgegenzuwirken sind nahezu ausgeschlossen. Daher mussten heute knapp 50 infizierte Gurkenpflanzen entfernt werden. Zehn Gurkenpflanzen wurden zu Beginn von Mäusen vernichtet. Das war der Grund, warum wir spontan 60 Pflanzen neu bestellt hatten. Diese Woche wird es noch reichlich Gurken geben, dann ist es aus den genannten Gründen mit der Gurkenschwemme vorbei.
Gestern konnten wir die ersten Zucchini ernten. Ihnen gefallen die Temperaturschwankungen und kalten Nächte auch nicht, sie wollen nicht so recht loslegen. Hinzu kommt, dass wir bereits jetzt vermutlich eine Viruserkrankung an einzelnen Pflanzen feststellen konnten. D.h. die betroffenen Pflanzen müssen raus und bei der Ernte muss nach jeder Pflanze das Werkzeug desinfiziert werden, sehr mühsam.
Wir hatten in der Vergangenheit schon von den unzähligen Schädlingen berichtet. Inzwischen gab es weiteren Besuch und zwar von Kaninchen, Rebhühnern und Rehen. Zunächst haben wir uns gefreut und fanden sie süß, aber dann mussten wir immer mehr Schäden am Gemüse feststellen. Dies könnt oder konntet Ihr zum Beispiel an den verwachsenen Salatköpfen feststellen.
Alles in allem gibt es bisher deutlich mehr außergewöhnliche Ereignisse als in den vergangenen Jahren, welche die Arbeitssituation nicht erleichtern. Uns liegt es fern, Euch über die Maßen mit Aufrufen für etwas Unterstützung zu behelligen und besonders möchten wir die Mitglieder, welche ohnehin öfters hier am Werk sind, nicht noch mehr fordern oder überfordern. Häufiges erinnern und nachfragen ist ja dann auch nicht mehr freiwillig 😉
Für diese Saison haben wir uns für zwei samenfeste Sorten Tomaten entschieden. Zum einen die seit Jahren bewährte „Ruthje“ und als Ergänzung die etwas größere „Pilu“. Bei beiden Sorten konnten wir schon vereinzelt rote Früchte entdecken, die morgen geerntet werden.
Ansonsten gibt es wieder Salat, Lauchzwiebeln, Mangold (weiß) und Gemüsezwiebeln. Außerdem wollen wir Endivie und Schnittlauch ernten.
Herzliche Grüße Heike und Sebastian