Liebe Mitglieder,
gestern fand unsere diesjährige Mitgliederversammlung statt. Wir freuen uns, das sich eine gut gelaunte und aufmerksame Runde zusammen fand. Zwischen den formellen Teilen bekamen wir einen anschaulichen Überblick über die Aktivitäten und Ereignisse seit Beginn dieser Solawi-Saison. An dieser Stelle möchten wir nur auf einen der bedeutenden Punkte eingehen, weil wir ihn als komplex empfinden und es zum besseren Verständnis als hilfreich erachten, diesen nochmals zu erwähnen.
Es geht um das Konzept der „Mitarbeitsstunden“.
Seit Beginn unserer Solawi (wie auch in anderen Solawi´s) war es, mal mehr mal weniger, ein Thema genügend Mitarbeiter/ helfende Hände auf den Acker, in die Verteilstationen und die Orga/ den Vorstand/ die AG´s zu bekommen und angemessen wertzuschätzen.
Aus einem den vergangenen Sommer überdauernden Prozess konnten wir gestern ein Konzept vorstellen und beschließen. Das Konzept ist noch nicht bis ins Detail festgelegt und wird sich über die Zeit bestimmt noch entwickeln.
Zum Einen möchte dem Ehrenamt im Vorstand, an den Verteilstationen und auf dem Acker Rechnung getragen und zum Anderen soll der schwierigen Situation der Mitarbeiterwerbung, -bindung und -kosten entgegengewirkt werden, nicht zuletzt um den Beitrag im Rahmen zu halten.
Also haben wir das Budget für Mitarbeiter und FöJ´ler komplett aus dem Budgetplan gestrichen, um u. a. die „Mitarbeitsstunden“ finanzieren zu können.
Konkret sieht das so aus, dass wir einen Kalender erstellt haben, in dem steht, wann und wie viele „Mitarbeitsstunden“ benötigt werden, um das Solawigemüse zu produzieren.
Anstatt externe Mitarbeit einzukaufen, verwenden wir das Geld zur Reduzierung des Beitrages für die Mitglieder, welche (ausdrücklich freiwillig) die Möglichkeit haben, an der Bieterrunde vor der kommenden Saison ein gewisses Kontingent an Stunden zur Verfügung zu stellen, also eine zweite Bieterrunde, bei der nun die erforderlichen Stunden erreicht werden sollten.
Damit versprechen wir uns u. a. eine Entspannung der Arbeitslast, Druckreduzierung in der Produktion, Unabhängigkeit von externen Einflüssen sowie die Möglichkeit zur Reduzierung des Beitrages und Steigerung der allgemeinen Zufriedenheit.
Wir halten dieses Konzept für einen entscheidenden Schritt in eine zukunftsfähige Solawi.
Bei Fragen, Einwänden oder Vorschlägen stehen wir gerne offen zur Verfügung.
Nun aber endlich zur Lieferung.
Nach den frostigen Tagen und dem Schnee erhofften wir uns am heutigen späten Nachmittag mit der Ernte für Mittwoch zu beginnen. Leider mussten wir feststellen, dass erwartungsgemäß Kohlrabi, Beete, Porree und Pak Choi, aber auch Spinat, Grün- und Schwarzkohl nicht erntefähig waren. Morgen Nachmittag wollen wir einen zweiten Versuch starten. Ansonsten haben wir nur die Möglichkeit, auf das Lager zurück zu greifen. Daraus gibt es auf jeden Fall Kartoffeln, Zwiebeln, Hokkaido und eventuell einige nachreifende Tomaten. Sollten wir morgen nicht ernten können, bringen wir wieder geringelte Bete und Knoblauch sowie von dem kürzlich eingelagerten Weißkohl mit.
Herzliche Grüße
Heike und Sebastian